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 Die Nachkriegszeit - Neustrukturierung und Wiederaufbau

Nach der Kapitulation Deutschlands begann die schwierige Reorganisation der Feuerwehr. Die bestehende Führungsmannschaft, großteils verdiente Mitglieder der Wehr, wurde von den amerikanischen Besatzungstruppen abgesetzt. Viele Männer hatten nach den Jahren staatlichen Organisationszwanges kein Interesse mehr daran, sich wieder - wenn dann auch freiwillig - eine Uniform anzuziehen.

Dennoch überstand die Feuerwehr auch diese Stunde Null: Während der Feuerwehrverein wieder zum Leben erweckt wurde, konnte die aktive Wehr eine Motorspritze der NSDAP-Ortsgruppe übernehmen und damit den Brandschutz in der Nachkriegszeit gewährleisten. 1955 erreichte die Feuerwehr mit 34 Aktiven wieder den Mitgliederstand von 1913 und nur drei Jahre später konnte ein Tragkraftspritzenanhänger samt neuer Pumpe beschafft werden. Diese Spritze leistete bis Mitte der 80er-Jahre wertvolle Dienste.

In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich die Wehr gemächlich, da die immer noch dünne Finanzdecke der Gemeinde größere Anschaffungen nicht zuließ. Edenbergen selbst blieb glücklicherweise von großen Katastrophen verschont - das Dienstbuch verzeichnet für diese Jahre nur wenige Einsätze. Dafür bekam die aktive Wehr in den 60er-Jahren den Strukturwandel der Gesellschaft in Deutschland voll zu spüren: Die Wehr wurde von großen Nachwuchssorgen geplagt.

Bild: Übergabe des neuen Löschfahrzeuges beim 100jährigen Gründungsfest (© by Feuerwehr Edenbergen)
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Im Jahr 1975 begannen die Vorbereitungen zum 100jährigen Gründungsfest der Feuerwehr. Unter dem damaligen Kommandanten Leonhard Erber und dem Vorstand Sebastian Huber wurde mit einer verstärkten Jugendarbeit begonnen. Zudem wurde wieder eine Damengruppe ins Leben gerufen - erstmals in Friedenszeiten. Mit vereinten Kräften wurden Zwistigkeiten innerhalb der Feuerwehr beigelegt und der Gemeinsinn gestärkt - eine Arbeit, die sich auszahlte: Bei strahlendem Sonnenschein konnten vom 16. bis 18. Juli 1976 mehrere Tausend Besucher im Festzelt begrüßt werden und allein am Festumzug nahmen mehr als 70 Gastvereine teil. Doch nicht nur die Wehr wurde durch dieses Fest zusammengeschweißt, sondern die ganze Gemeinde.

Im Rahmen dieses Festes wurde auch ein neues Löschfahrzeug an die Wehr übergeben, das gegen zum Teil große Widerstände im Edenberger Gemeinderat beschafft worden war - dieser wollte aus finanziellen Gründen nur ein kleineres Feuerwehrfahrzeug kaufen. So war es nur durch die hartnäckige Überzeugungsarbeit der Wehrführung und großzügige Zuschüsse möglich, ein LF 8 zu beschaffen. Es sollte den Grundstein für einen lange anhaltenden Aufwärtstrend der Feuerwehr legen.

Dem tat auch die Eingemeindung Edenbergens zur  Stadt Gersthofen keinen Abbruch. Befürchtungen, die Wehr könnte Zentralisierungsbestrebungen zum Opfer fallen, wurden durch den damaligen Gersthofer Bürgermeister Weiß schnell zerstreut. An diesem Festhalten der Stadt an ihren Ortsteilwehren hat sich auch bis heute nichts geändert. Auch vom neuen "großen Bruder", der  Stützpunktfeuerwehr Gersthofen, wurde die Wehr des frischgebackenen Stadtteils kameradschaftlich aufgenommen. Eine Zusammenarbeit, die in den vergangenen Jahren stets ausgebaut und intensiviert wurde.

Mit der Eingemeindung kam nun aber auf die Feuerwehr mehr als bisher die Aufgabe zu, als einziger Verein des Ortsteils das Miteinander der Bürger und das kulturelle Leben des Ortes zu fördern. Mit Veranstaltungen wie dem Gartenfest, dem traditionellen Aufstellen des Maibaums, Feuerwehrball und Theaterabenden leistet der Verein einen wichtigen Beitrag zum Miteinander der Dorfgemeinschaft. Auch die Jugendarbeit der Feuerwehr wurde ständig weiter ausgebaut.

Im Jahr 1981 übernahm Günter Schippl das Kommando über die Wehr, deren Nachwuchssorgen inzwischen der Vergangenheit angehörten und die zu einem Mittelpunkt der Edenberger Dorfgemeinschaft geworden war.

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