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 Schicksalsjahre - der Erste und Zweite Weltkrieg

Die Jahre des Ersten Weltkrieges brachten auch für die Wehr herbe Rückschläge. Durch Einberufungen zum Kriegsdienst schmolz die fast vierzig Mann starke Mannschaft rasch auf neun Aktive zusammen. Junge Männer, die während des Krieges zur Wehr stießen, wurden alsbald zum Kriegsdienst gerufen. Insgesamt leisteten 29 Feuerwehrmänner Edenbergens im Ersten Weltkrieg Kriegsdienst. Acht von ihnen sind gefallen, zwei erlagen Krankheiten und zwei weitere blieben für immer vermisst - ein Verlust, von dem sich die Angehörigen wie auch die Gemeinde und die Wehr lange nicht erholen sollten.

1918 standen in Edenbergen noch ganze fünf Mann für den Brandschutz zur Verfügung, daher wurde auf distriktpolizeiliche Anordnung erneut die Feuerwehrpflicht für alle Männer zwischen 16 und 60 Jahren eingeführt. Außerdem ist im Dienstbuch verzeichnet, dass sich 14 "jüngere kräftige Mädchen" bereit erklärten, beim Brandschutz mitzuarbeiten.

Ein noch 1914 angelegter Fonds zur Uniformierung der Wehr, in den selbst in den härtesten Krisenjahren eingezahlt wurde, fiel schließlich der Inflation zum Opfer. Diesmal scheiterte die Einführung der Pflichtfeuerwehr. Das Dienstbuch vermerkt für 1918, dass alle angesetzten Übungen gescheitert sind, da sich die Pflichtfeuerwehr im Dienst "unwillig" gezeigt habe. So blieb die Last des Brandschutzes während dieser Zeit auf den Schultern der verbliebenen Freiwilligen und eben der Frauen.

Auch wenn Edenbergen selbst seit dem Brand 1879 lange Zeit von größeren Feuern verschont blieb, musste die Wehr dennoch in dutzenden Fällen zur Nachbarschaftshilfe ausrücken. Das Dienstbuch verzeichnet unter anderem für diese Jahre Einsätze in Rettenbergen, Gablingen, Gersthofen, Hirblingen, Batzenhofen und Holzhausen.

Nachdem die Wehr 1920 einen Zimmerbrand in Edenbergen löschen musste, erfolgte 1922 der erste Waldbrandeinsatz: Ein Feuer wütete in den Stetten'schen Waldungen. Im Jahr 1930 konnte endlich die vollständige Uniformierung der Wehr durchgeführt werden. Im selben Jahr wurde auch das 50jährige Gründungsfest gebührend gefeiert. Bei diesem Fest ging eine Rede in die Geschichte ein, bei der ein Redner auch nach über zwei Stunden nicht müde wurde, die Qualitäten des freiwilligen Feuerwehrdienstes zu rühmen und so die Sitzpolster der Wehrmänner auf eine harte Probe stellte.

Einer der größten Brände der Geschichte Edenbergens brach in der Nacht des 23. März 1933 in den Wirtschaftsgebäuden der Gailenbacher Mühle aus. Bei diesem Brand wurden der Stadel und die Remise völlig, der Stall teilweise zerstört. Nachdem der Brand gegen Mitternacht entdeckt worden war, wurden die Feuerwehren aus Edenbergen, Täfertingen, Hirblingen, Batzenhofen, Hammel und Ottmarshausen mit Glockengeläut, Gewehrschüssen, Trompetensignalen und Feuerrufen alarmiert. Mit Hilfe der Berufsfeuerwehr aus Augsburg, die eine Autospritze zum Einsatz brachte, konnte zumindest ein Teil des Anwesens gerettet werden.

Nach Ende der Weltwirtschaftskrise stieg die Mitgliederzahl langsam wieder an. Im Jahr 1934 bezog die Feuerwehr ein neu erbautes  Feuerwehrhaus, welches das alte Gebäude von 1886 ersetzte. Dieser Neubau war bereits mit elektrischen Alarmglocken ausgestattet.

Bild: Die durch Bombardements völlig zerstörte Innenstadt von Augsburg (© by Bischler/Hellriegel)
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Die Machtergreifung der Nationalsozialisten brachte weitreichende Einschnitte für die Feuerwehr. 1936 wurde eine Neuuniformierung eingeleitet: Die weiß-blauen Landesfarben Bayerns mussten den schwarz-weiß-roten Reichskokarden und polizeilichen Hoheitsabzeichen weichen.

Mit dem "Gesetz über das Feuerlöschwesen" vom 23. November 1938 wurde die Wehr in die Ordnungspolizei integriert. Der Verein an sich wurde aufgelöst, der noch im Jahr 1934 im Amt bestätigte Vorsitzende Jakob Deil musste zurücktreten. Kommandant und Führungskräfte wurden fortan vom Staat ernannt.

Die Wehr musste sich nun auch auf Einsätze im Rahmen des Luftschutzes vorbereiten, da die Bedrohung durch Luftangriffe ständig stieg. Da die Mannschaftsstärke durch Einberufungen immer weiter dezimiert wurde, mussten schließlich ab dem Neujahrstag 1944 wieder die Frauen und Mädchen der Gemeinde einen Großteil der Feuerwehrarbeit übernehmen.

In der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1944, als alliierte Flugzeuge einen Großangriff gegen Augsburg flogen, mussten 18 Feuerwehrmänner in Rettenbergen Hilfe leisten: Zwei Anwesen wurden dort durch fehlabgeworfene Bomben in Brand gesteckt.

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 Die Nachkriegszeit - Neustrukturierung und Wiederaufbau

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 Die ersten Jahre - Gründung und Anfänge


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